Penetrationstest vs. Red Teaming: Wie Sie die richtige Sicherheitsstrategie für Ihr Unternehmen wählen

Penetrationstest vs. Red Teaming: Wie Sie die richtige Sicherheitsstrategie für Ihr Unternehmen wählen

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Bereichsleiter IT-Consulting & Solutions

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Kevin Wildenau ist seit über 7 Jahren Experte im Public Cloud Umfeld. In seiner Funktion als Bereichsleiter IT-Consulting & Solutions verantwortet er bei audius unter anderem die Bereiche Cloud Consulting und Security Consulting.

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In der IT-Sicherheit gibt es zwei etablierte Ansätze zur Überprüfung von Schutzmaßnahmen: der klassische Penetrationstest und das umfassende Red Teaming. Beide prüfen Schutzmaßnahmen, aber mit sehr unterschiedlicher Tiefe und Perspektive. Wer den Unterschied versteht, kann Investitionen gezielter steuern, Risiken messbar reduzieren und Security-Strategien zukunftsfähig ausrichten.

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Pentesting vs. Red Teaming: Worum geht es?
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Viele Organisationen setzen auf klassische Checklisten-Sicherheit: neue Tools, zusätzliche Kontrollen, strengere Policies. Das vermittelt zunächst Sicherheit, birgt aber ein Risiko, da Ressourcen in Komplexität investiert werden statt in Wirksamkeit.

Hier setzen Penetrationstest und Red Teaming an unterschiedlichen Stellen an: 

  • Ein Penetrationstest beantwortet primär die Frage: „Wie verwundbar sind bestimmte Systeme oder Anwendungen gegenüber konkreten Angriffen?“ 
  • Red Teaming geht weiter und fragt: „Wie weit kommt ein realer Angreifer in unserer Organisation, wenn er kreativ, mehrstufig und kanalübergreifend vorgeht?“

Beide Ansätze ergänzen sich – der eine präzise und kontrolliert, der andere breit und realitätsnah.

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Was ist ein Penetrationstest?
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Ein Penetrationstest (Pentest) ist ein gezielter, zeitlich begrenzter Sicherheitstest, bei dem spezialisierte Fachleute reale Angriffe simulieren, um Schwachstellen in Systemen, Anwendungen oder Netzwerken aufzudecken.

Typische Einsatzszenarien: 

  • Überprüfung externer Perimeter (z. B. Internet-Gateways, VPN, Firewalls) 
  • Test von Webanwendungen und APIs 
  • Analyse interner Netzwerke und Segmentierung 
  • PCI-DSS-Umfelder und andere Compliance-Anforderungen

Charakteristisch für einen Penetrationstest sind: 

  • Klar definierter Scope: Konkrete Systeme, Anwendungen oder Netzsegmente werden vorab festgelegt. 
  • Transparente Spielregeln: Ziele, Zeitfenster, Methoden und Eskalationswege sind mit IT und Management abgestimmt. 
  • Messbare Ergebnisse: Identifizierte Schwachstellen inkl. Risikobewertung, Proof-of-Concepts für kritische Funde, Handlungsempfehlungen mit Priorisierung

Damit eignet sich der Penetrationstest besonders für wiederkehrende Sicherheitsüberprüfungen, zur Vorbereitung auf Audits und als Nachweis gegenüber Kunden oder Aufsichtsbehörden. Für viele Unternehmen ist ein regelmäßiger Penetrationstest der erste pragmatische Schritt, um Transparenz über technische Risiken zu gewinnen.

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Was ist Red Teaming?
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Red Teaming geht deutlich weiter als ein klassischer Penetrationstest. Ziel ist es, das Vorgehen eines echten, motivierten Angreifers möglichst realistisch nachzubilden, inklusive Social Engineering, Ausnutzung organisatorischer Schwächen und Nutzung mehrerer Kanäle.

Im Fokus steht nicht nur die einzelne Schwachstelle, sondern die End-to-End-Angriffskette

  • Wie leicht lässt sich initialer Zugriff erreichen? 
  • Wie weit kommt ein Angreifer in kritische Systeme? 
  • Wie gut funktionieren Erkennung und Reaktion (Blue Team, SOC, Prozesse)?

Ein Red Team arbeitet typischerweise multichannel und kombiniert physische, drahtlose, kommunikative und digitale Kanäle. Dazu gehören zum Beispiel Social Engineering im physischen Umfeld – etwa bei Betriebsratssitzungen, am Empfang oder in Besucherprozessen –, Wireless-Sniffing und die Ausnutzung schwacher Funknetze, Angriffe auf Datennetze und Applikationen auf Basis zuvor gesammelter Informationen sowie Tests in Cloud- und M365-Umgebungen oder KI-basierten Systemen.

Dabei agiert das Red Team innerhalb eines klar definierten rechtlichen und organisatorischen Rahmens, jedoch mit weniger kleinteiligen technischen Vorgaben, um ein möglichst realistisches Bild der tatsächlichen Verteidigungsfähigkeit zu erhalten. Auf strategischer Ebene beantwortet Red Teaming zentrale Fragen: 

  • Welche Angriffspfade sind in der Praxis wirklich erfolgskritisch? 
  • Welche Kontrollen funktionieren zuverlässig? 
  • Welche Kontrollen funktionieren nur auf dem Papier? 
  • Wie effektiv arbeitet die Incident-Response-Organisation im Ernstfall?

Gerade im Kontext moderner, verteilter Infrastrukturen – vom Rechenzentrum über Cloud-Services bis hin zu KI-basierten Anwendungen – liefert Red Teaming eine Perspektive, die über einzelne Schwachstellen hinausgeht.

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Pentesting vs. Red Teaming: Was ist der Unterschied?
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Ob Penetrationstest oder Red Teaming, beide Ansätze sind wertvoll. Sie adressieren aber unterschiedliche Fragen:

Klassisches PentestingUmfassendes Red Teaming
Fokus auf einen Kanal (meist Datennetz)Multichannel-Perspektive (physisch, wireless, COMSEC, Datennetz)
Definierte Spielregeln und enge ZusammenarbeitRealistischere Szenarios, weniger Einschränkungen
Gut für regelmäßige Kontrollen und ComplianceBesser für tiefgründige strategische Bewertungen

Beide Ansätze haben ihre Berechtigung. Klassisches Pentesting ist wertvoll für regelmäßige Audits und Compliance-Anforderungen. Red Teaming bringt strategische Tiefe und realistischere Szenarien.

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Multichannel-Security statt Checklist-Security
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Eine interessante Herangehensweise zeigt sich wenn man sich von Standards wie dem OSSTMM inspirieren lässt und den Multichannel-Ansatz weiterentwickelt: Statt Security isoliert zu denken, werden alle Kommunikationskanäle betrachtet – von physisch über wireless bis hin zu modernen digitalen und KI-basierten Systemen. Organisationen können diese Struktur als Inspiration nutzen, um ihre Sicherheit ganzheitlicher zu betrachten. Hier die relevanten Sicherheitskanäle im Überblick:

KlasseKanalBeschreibung
Physical Security (PHYSSEC)Human & PhysicalUmfasst das menschliche und physische Element der Kommunikation – wo die Interaktion entweder physisch oder psychologisch stattfindet. Sicherheitstests im nicht-elektronischen Bereich, wo echte physische Anstrengung oder ein Energieträger erforderlich ist.
Spectrum Security (SPECSEC)WirelessUmfasst alle elektronischen Kommunikationen, Signale und Emanationen über das elektromagnetische Spektrum. Includes ELSEC (elektronische Kommunikation), SIGSEC (Signale) und EMSEC (Emanationen ohne Kabel).
Communications Security (COMSEC)TelecommunicationsAlle Telekommunikationsnetze (digital oder analog), wo Interaktion über etablierte Telefon- oder ähnliche Netzleitungen stattfindet.
 Data NetworksAlle elektronischen Systeme und Datennetzwerke über etablierte Kabel und verdrahtete Netzleitungen.
 Application Security (AppSec)Sicherheit auf Code- und Applikationsebene – Vulnerabilities, unsichere APIs, fehlerhafte Authentifizierungsmechanismen und Geschäftslogik-Fehler.
 AI Security (AI Sec)Sicherheit von KI-Systemen und Machine Learning – Prompt Injection, Model Poisoning, Data Poisoning und KI-basierte Angriffsvektoren.

Ein klassischer Penetrationstest konzentriert sich häufig auf einen oder wenige dieser Kanäle, meist Datennetze oder Applikationen. Ein multichannel-orientiertes Red Teaming orchestriert hingegen Angriffswege über mehrere Kanäle hinweg, zum Beispiel: 

  • Social Engineering im physischen Kontext, um erste Informationen und Zugangspunkte zu gewinnen 
  • Wireless-Angriffe, um weitere technische Einstiegspunkte zu identifizieren 
  • Netzwerkausnutzung und Angriff auf Applikationen, um in kritische Systeme vorzudringen

Wer nur einen Kanal testet oder absichert, riskiert, dass andere Wege offenbleiben. Genau hier bietet die Kombination aus Penetrationstest und Red Teaming ihren größten Mehrwert.

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Rechtliche Besonderheiten beim Red Teaming in Deutschland
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Gerade beim Red Teaming ist der rechtliche Rahmen in Deutschland zentral. Aspekte wie die Einbindung der Arbeitnehmervertretung (Betriebsrat), die Einhaltung strafrechtlicher Vorgaben (insbesondere § 202a–c StGB: Ausspähen, Abfangen und Datenveränderung) sowie der Datenschutz machen eine saubere Vorbereitung unverzichtbar.

Red Team-Assessments bewegen sich schnell in möglichen Grauzonen, wenn der Rahmen nicht klar definiert ist. Professionelle Dienstleistende sorgen dafür, dass: 

  • Management, Betriebsrat und rechtliche Beratung früh eingebunden werden 
  • Ziele, Grenzen und Dokumentation rechtssicher aufgesetzt sind 
  • während der Durchführung jederzeit kontrolliert und nachvollziehbar gehandelt wird

Für Verantwortliche bedeutet das: Red Teaming ja, aber nur mit einem Partner, der Technik, Organisation und Rechtssicherheit gleichermaßen im Blick hat.

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Welche Schritte sind jetzt sinnvoll?
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Bevor weitere Security-Tools angeschafft oder neue Kontrollen etabliert werden, lohnt sich ein strukturierter Blick auf die eigene Sicherheitslandschaft: 

Bestandsaufnahme: Welche Systeme, Anwendungen, Schnittstellen und Prozesse sind tatsächlich im produktiven Einsatz? Welche sind veraltet, aber noch erreichbar?

Relevanzanalyse: Welche Sicherheitskanäle sind für unser Geschäftsmodell wirklich kritisch? Wo entstehen im Schadensfall die größten Auswirkungen auf Umsatz, Reputation und Compliance?

Aufräumen: Was können wir eliminieren, bevor wir etwas Neues hinzufügen? Gezielte Tests planen: Red Teaming, um die Verteidigungsfähigkeit gesamthaft zu bewerten

Strategie überarbeiten: Auf Basis der Erkenntnisse eine neue, multichannel-orientierte Sicherheitsstrategie aufbauen

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Wie audius Sie bei Pentesting und strategischer Security unterstützt
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Ob Sie erste Transparenz über technische Schwachstellen benötigen oder Ihre Gesamtstrategie realitätsnah überprüfen wollen – die Kombination aus Penetrationstest und Red Teaming ist ein wirksamer Hebel, um Cyberrisiken gezielt zu reduzieren und Entscheidungen datenbasiert zu treffen. Wir unterstützen Sie dabei, den passenden Ansatz auszuwählen und pragmatisch umzusetzen. Kontaktieren Sie uns!

FAQs
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Für welche Unternehmen oder Einsatzfälle ist Red Teaming besonders sinnvoll?

Red Teaming ist besonders sinnvoll für Unternehmen mit hoher Abhängigkeit von Digitalisierung, komplexen Infrastrukturen oder strengen Compliance-Anforderungen – etwa im Finanzsektor, in Industrie, Energieversorgung, öffentlicher Verwaltung oder bei Betreibern kritischer Infrastrukturen. Typische Einsatzfälle sind der Schutz geschäftskritischer Prozesse, die Absicherung sensibler Daten, M&A-Szenarien, internationale Standorte oder moderne Hybrid- und Remote-Arbeitsumgebungen. Ziel ist es, reale Angriffspfade zu identifizieren und Verteidigungsprozesse ganzheitlich zu prüfen.

Wie hilft ein Multichannel-Ansatz im Red Teaming dabei, versteckte Angriffswege aufzudecken?

Ein Multichannel-Ansatz im Red Teaming betrachtet nicht nur einzelne Systeme, sondern alle relevanten Sicherheitskanäle: physische Zugänge, Wireless-Infrastrukturen, Telekommunikation, Datennetze, Applikationen, Cloud-Umgebungen und KI-Systeme. Angriffe werden über mehrere Kanäle kombiniert – zum Beispiel Social Engineering vor Ort, gefolgt von Wireless-Exploitation und gezielten Netzwerkangriffen. Dadurch werden versteckte Abhängigkeiten, Seitwärtsbewegungen und bisher unerkannte Schwachstellen sichtbar, die in isolierten Tests häufig unentdeckt bleiben.

Wann reicht ein klassischer Penetrationstest aus und wann sollte ich Red Teaming einplanen?

Ein klassischer Penetrationstest reicht aus, wenn klar definierte Systeme oder Anwendungen geprüft, Compliance-Anforderungen erfüllt oder regelmäßige Sicherheitsüberprüfungen durchgeführt werden sollen. Er ist ideal für technische Tiefenanalysen mit konkreten Schwachstellenberichten. Red Teaming sollten Sie einplanen, wenn Sie wissen wollen, wie weit ein realistischer Angreifer in Ihrer Organisation tatsächlich kommt, wie gut Erkennung und Reaktion funktionieren und wie widerstandsfähig Ihre gesamte Sicherheitsarchitektur im Zusammenspiel ist.

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Security Check & Pentest

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